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Blog Beiträge '2015' 'Juni'

Harnsteine bei Hunden und Katzen - Teil 3

Diagnose: Harnsteine – Wie geht es jetzt weiter?

Wie bereits beschrieben gibt es viele verschiedene Arten von Harnsteinen, die z.T. sehr unterschiedliche Eigenschaften haben: Struvit lässt sich beispielsweise durch eine speziell abgestimmte Fütterung wieder auflösen, Kalziumoxalat hingegen nicht. Aber nicht nur die Steinart bestimmt letztlich die Wahl der Therapie, sondern auch deren Größe und das Ausmaß der Beschwerden, die der Patient zeigt. Einen Struvitstein, der die halbe Blase ausfüllt, wird man gar nicht erst versuchen aufzulösen, sondern direkt operativ entfernen.
Nichtsdestotrotz ist eine (zusätzliche) Futterumstellung bei dieser Erkrankung generell immer zu empfehlen, da durch das richtige Futter die relativ hohe Rückfallquote deutlich verringert werden kann. Ebenso kann es übrigens sinnvoll sein einem vorbelasteten Tier (familiäre Häufung von Harnsteinerkrankungen, Rasse, Trinkverhalten…) prophylaktisch eine entsprechende Diät zu füttern, um das Risiko für die Ersterkrankung zu minimieren.

Die drei wichtigsten Punkte für die Therapie oder Prophylaxe von Harnsteinen sind:

  1. Die Erhöhung der Wasseraufnahme, um das Urinvolumen zu erhöhen und eine gute Durchspülung der Blase zu gewährleisten
  2. Die Anpassung der Nährstoffversorgung, so dass der Gehalt an harnsteinbildenden Substanzen nicht den tatsächlichen Bedarf übersteigt
  3. Die Einstellung des Urin-pH-Werts in einen physiologischen Bereich zur Prophylaxe bzw. in einen sauren Bereich zur Auflösung von Struvitsteinen

Die Nährstoffzusammensetzung der verschiedenen industriell gefertigten Harnsteindiäten, die i.d.R. auch den Urin-pH-Wert regulieren, richtet sich immer nach der entsprechenden Steinart, die therapiert werden soll.

Hier ein paar Eckdaten zu den wichtigsten Steintypen:

Struvitsteine:

  • Eiweiß, Magnesium und Phosphor nicht über Bedarf füttern
  • Auflösung bei saurem, Prophylaxe bei leicht saurem, Entstehung bei basischem pH-Wert

Kalziumoxalatsteine:

  • Kalzium, Vitamin D, Vitamin C und Natrium nicht über Bedarf füttern
  • Ausreichend Magnesium und Vitamin B6
  • Keine Auflösung möglich, Prophylaxe bei neutralem bis leicht basischem pH-Wert

Uratsteine

  • Meistens bei Dalmatinern
  • Eiweiß nicht über Bedarf füttern, purinarm
  • Auflösung möglich bei leicht saurem bis leicht basischem pH-Wert

Cystinsteine

  • Verschiedene Hunderassen: englische Bulldogge, Dackel, Yorkshire Terrier, Neufundländer
  • Eiweißarm füttern, cystinarm
  • Auflösung möglich, da erblich bedingt aber schwierig, Prophylaxe bei basischem pH-Wert

Die Diäten der verschiedenen Hersteller sind sehr spezifisch und dementsprechend genau auf die einzelnen Steinerkrankungen angepasst. Vor allem bei Struvitsteinen gibt es z.B. meistens ein „hochauflösendes“ Futter, das auch nur bis zur erfolgreichen Auflösung der Steine gefüttert werden sollte. Anschließend sollte dann auf die weniger ansäuernde Diät zur weiteren Prophylaxe umgestiegen werden. Welche Diät für Ihr Haustier am besten geeignet ist, erfahren Sie von Ihrem Tierarzt. Hier finden Sie einen Tierarzt in Ihrer Nähe! 

Wie Sie das Trinkverhalten Ihres Haustiers verbessern können, erfahren Sie hier!

Harnsteine bei Hunden und Katzen - Teil 2

Wie erkennt der Tierarzt, ob mein Haustier Harnsteine hat?

Ob ein Patient mit Harnabsatzproblemen tatsächlich unter Harnsteinen leidet, lässt sich eindeutig im Ultraschall oder auf dem Röntgenbild erkennen. 

Bei positivem Befund sollte grundsätzlich immer eine Futterumstellung erfolgen. Allerdings sollte dies immer spezifisch und somit erst nach Kenntnis der genauen Steinart geschehen! Eine falsche Diät kann im Zweifel noch mehr Schaden anrichten!

Eine eindeutige und zu 100% sichere Bestimmung der Steine ist ausschließlich durch deren Analyse im Labor möglich (sog. Konkrementanalyse). Liegen also Steine vor, die bereits operativ entfernt oder zufällig mit dem Harn ausgeschieden wurden, so sollten diese zur genauen Analyse am besten immer eingeschickt werden. 
In der Praxis ist es nun meistens so, dass dem Tierarzt bei der Erstvorstellung eines Harnstein-Patienten normalerweise keine Steine zum Einschicken zur Verfügung stehen. In der Regel wird er den Patienten auch nicht umgehend operieren, nur um Material für eine Analyse zu gewinnen. Hier kann die mikroskopische Untersuchung des Harnsediments die nötigen Hinweise liefern. Im Idealfall setzt das Tier in der Praxis spontan Urin ab, der für die Untersuchung genutzt werden kann. Geschieht dies nicht, so besteht die Möglichkeit unter Ultraschallkontrolle die Blase zu punktieren und auf diesem Weg Urin zu gewinnen. Nach Zentrifugation wird das daraus gewonnene Sediment unter dem Mikroskop betrachtet. Anhand der so identifizierten Kristalle kann nun eine gezielte diätetische Therapie erfolgen.