5% Rabatt gefällig?

Melden Sie sich zu unserem Newsletter an und Sie erhalten 5% Rabatt für Ihren nächsten Einkauf!

 
RSS

Blog Beiträge '2015' 'Mai'

Harnsteine bei Hunden und Katzen - Teil 1

Was sind Harnsteine und welche Ursachen gibt es?

Der medizinische Fachbegriff für Harnsteine lautet Urolithiasis. Hierunter zählen Strukturen verschiedenster Größen: mikroskopisch kleine Kristalle, Harngrieß und Harnsteine, die z.T. beachtliche Dimensionen erreichen können. Kristalle, Harngrieß und kleinere Steinchen werden vor allem von weiblichen Tieren häufig unbemerkt mit dem Urin ausgeschieden, während größere Steine die enge Harnröhre besonders von männlichen Tieren nicht mehr passieren können. Schon kleinste Kristalle können sehr starke Schmerzen verursachen, da sie die Blasenwand dauerhaft reizen und dadurch eine Entzündungsreaktion erzeugen! Jeder, der schon einmal eine Blasenentzündung hatte, kann sich den Charakter der Schmerzen in etwa vorstellen.
Kommt es durch das Steckenbleiben eines Harnsteines in der engen Harnröhre meist männlicher Tiere zu deren Verschluss, so kann die Situation sogar lebensbedrohlich werden!demotext

Stellen Sie also fest, dass Ihr Haustier Schmerzen beim Harnabsatz hat oder gar vergeblich versucht Harn abzusetzen, so wenden Sie sich bitte schnellstmöglich an Ihren Tierarzt!

Übrigens hat die Anatomie der engen und langen männlichen Harnröhre zur Folge, dass in der Tierarztpraxis meist Kater und Rüden mit dieser Erkrankung vorgestellt werden.

Die Ursachen für die Entstehung von Harnsteinen sind vielfältig: Es gibt z.B. Rassen, die einfach anfälliger als andere sind. Kleine Hunderassen haben beispielsweise eine höhere Neigung für diese Erkrankung als große, da das Harnvolumen geringer und die Durchspülung der Blase somit schlechter ist. Bestimmte Stoffwechselerkrankungen können die Neubildung begünstigen, ebenso wie ein veränderter pH-Wert im Urin und Infektionen der Harnorgane. Eine große Rolle spielt auch die Ernährung.

 

Wie entstehen Harnsteine?

Am Anfang steht die spontane Bildung kleinster Kristalle, die sich an andere Kleinst-Kristalle oder Fremdkörper (Nahtmaterial, Bakterien, Eiter, Unebenheiten in der Blase z.B. Narbengewebe) anlagern können. Die spontane Kristallisation wird durch eine Übersättigung des Urins mit an der Steinbildung beteiligten Substanzen stark begünstigt und vorangetrieben. Eine hohe Konzentration an solchen Substanzen findet man z.B. bei Tieren, die wenig trinken und deren Futter z.B. einen zu hohen Kalziumgehalt aufweist. Ist der initiale Prozess der spontanen Kristallisation erst einmal in Gang gesetzt, so wird die weitere Neubildung und Größenzunahme der Steinchen rasch zum Selbstläufer.

Meist findet man bei Katzen und Hunden Struvit- und / oder Kalziumoxalatsteine (i.d.R. ernährungsbedingt), es gibt aber auch Urat- und Cystinsteine (meist erblich bzw. als Folge von Stoffwechselerkrankungen). 

Häufig handelt es sich um Mischsteine mit einem Kern aus Kalziumoxalat und einer äußeren Struvitschicht. Bei einem Überangebot an Kalzium in der Nahrung und einem mäßigen bis schlechten Trinkverhalten, sowie einem natürlicherweise leicht sauren Urin-pH-Wert (Hund 6,5; Katze 6,72), kann es früher oder später zur spontanen Kristallisation von Kalziumoxalat kommen. Anschließend folgt eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Entzündungsreaktion durch die permanente Reizung der Blasenwand. Es handelt sich hierbei um eine sterile Entzündung, da keine Bakterien beteiligt sind. Die durch die Entzündung freigesetzten Stoffe bewirken einen Anstieg des Urin-pH-Wertes. Dieses nun nicht mehr saure Milieu begünstigt die spontane Entstehung von Struvitkristallen, die sich z.T. um die bereits bestehenden Kalziumoxalatsteine herum anlagern und diese schließlich ummanteln.

Umgekehrt funktioniert dieser Prozess natürlich auch. Steht an erster Stelle die Entzündung, z.B. durch eine bakterielle Infektion oder auch durch eine Reizung der Blasenwand (beispielsweise durch Nahtmaterial nach einer OP), so entstehen zunächst Struvitkristalle. Bakterien oder Nahtmaterial als Fremdkörper, aber auch Narbengewebe in der Blase eignen sich dabei übrigens hervorragend als Ausgangspunkte für die initiale Kristallisation. Erfolgt nun eine medikamentelle Ansäuerung des Urins (zur Auflösung der Struvitsteine) ohne Umstellung der Fütterung auf ein Futter mit einem reduzierten Kalziumgehalt, so liegen nun die optimalen Bedingungen für die Entstehung von Kalziumoxalatsteinen vor.

Durch eine Analyse der Steine können demnach nicht nur die beteiligten Steinarten bestimmt, sondern auch Rückschlüsse auf die Ursache der Erkrankung gezogen werden.