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Husten beim Pferd erkennen und behandeln

Atemwegserkrankungen sind ein weitverbreitetes Problem in der Pferdehaltung. Vor allem zum Jahreszeitenwechsel und in den Wintermonaten schwächen wechselhafte Temperaturen und nasskaltes Wetter das Immunsystem, sodass viele Pferde unter Husten und Nasenausfluss leiden. Lesen Sie, wie Sie Ihr Pferd gezielt unterstützen können. 

 

Inhaltsübersicht 

Das Atmungssystem von Pferden 

Die Ursachen für Pferdhusten sind vielfältig 

So können Sie Ihr Pferd unterstützten und Husten behandeln 

 

Das Atmungssystem von Pferden 

Der Atmungsapparat eines Pferdes ist außergewöhnlich leistungsstark. Das gesamte Lungenvolumen beträgt zwischen 40-55 Liter. Bei jedem Atemzug atmet ein Pferd sechs bis acht Liter ein und wieder aus. Somit strömen pro Tag etwa 70.000 Liter Luft durch die Lungen eines Pferdes. 

Die zuständigen Organe lassen sich dabei in zwei Bereiche unterscheiden: die oberen und die unteren Atemwege. Zu den oberen Atemwegen zählen die Nüstern, Nasenlöcher, Nasenhöhle, Nasennebenhöhlen, der Nasenrachen und Kehlkopf. Die unteren Atemwegen hingegen bestehen aus Luftröhre, Lunge, Bronchien und Lungenbläschen (Alveolen).  

Bei der Atmung wird zunächst Luft über die Nüstern eingeatmet, erwärmt und am Kehlkopf vorbei in die Luftröhre geleitet. Im Gegensatz zu uns Menschen können Pferde ausschließlich über die Nüstern atmen, da das Gaumensegel eine Atmung durch den Mund unmöglich macht. Von der Luftröhre aus strömt die Luft schließlich über die Bronchien bis in die Alveolen. Erst hier wird der Sauerstoff an das Blut übergeben und Kohlenstoffdioxid aus dem Blut wieder abgegeben. Während des gesamten Atemprozesses wird die Luft mehrfach gefiltert, um Staub, Schmutz, Bakterien und Viren abzufangen. 

Hat man den Aufbau des Atmungsapparates einmal verstanden, lassen sich die Auslöser für Husten und anderen Erkrankungen der Atemwege viel leichter vermeiden. 

 

Die Ursachen für Pferdehusten sind vielfältig 

Ob ein geschwächtes Immunsystem, Stress, Infektionen oder mangelnde Stallhygiene – Gründe für Husten beim Pferd gibt es viele. Generell ist Husten ein Schutzreflex, der genau dann eingeleitet wird, wenn Pferde Schleim ausstoßen, bevor sich dieser in der Lunge ablagert und möglicherweise zu Lungenerkrankungen führt. 

Zu den häufigsten Ursachen für Pferdehusten zählen:

1. Mangelnde Stallhygiene & staubiges Heu 

Pferde, die nicht im Offenstall gehalten werden, sind häufig einem hohen Staub- und Ammoniakgehalt in der Stallluft ausgesetzt. Achten Sie deshalb besonders auf eine gute Stalldurchlüftung. Ebenso wichtig ist die Vermeidung von staubigem oder gar schimmeligem Heu bzw. Einstreu. 

Generell sollten Sie bei Ihrem Tier stets auf eine saubere Umgebung mit ausreichend frischer Luft achten. Während des Ausmistens der Box empfiehlt es sich, das Pferd am Waschplatz o. ä. anzubinden. Zudem können Sie das Heu einweichen oder das Raufutter auf Heulage oder Silage umstellen, um die Staubbildung zu verringern. 

2. Immunschwäche durch Stress 

Der lange unterschätzte Faktor Stress - z. B. durch hohe körperliche Belastung -sollte immer als Mit-Ursache für verschiedene Erkrankungen in Betracht gezogen werdenPferde reagieren sehr empfindlich auf Stress und antworten darauf gerne mit einem geschwächten Immunsystem, sodass schädliche Erreger schlechter abgewehrt werden können. 

3. Atemwegsinfektionen 

Lässt sich der Husten nicht eindeutig auf die Haltungsbedingungen zurückführen, ist häufig eine virale oder bakterielle Entzündung der Atemwege der AuslöserZunächst harmlos erscheinende Erkältungen können sich schnell zu einem chronischen Husten mit wiederkehrender Atemnot (chronische Bronchitis) ausweiten, der häufig nur noch schwer in den Griff zu bekommen ist. 

 

ACHTUNG!  

Leidet Ihr Pferd unter einem viralen oder bakteriellen Infekt, können nicht nur andere Pferde, sondern auch Sie als Reiter sich anstecken! 

  

So können Sie Ihr Pferd unterstützten und Husten behandeln 

Schon beim ersten Husten sollte der aufmerksame Pferdebesitzer hellhörig werden und unterstützende Maßnahmen ergreifen, um Erkrankungen der Bronchien und Lunge zu verhindern: 

1. Fördern Sie produktives Abhusten 

Mit speziellen Atemwegskräutern bzw. ätherischen Ölen stärken Sie das Immunsystem Ihres Pferdes und unterstützen gleichzeitig die Atemwege. Die enthaltenen Kräuter wie bspw. Spitzwegerich und Thymian wirken krampflösend und verflüssigen zähen Schleim in den Bronchien. Somit erleichtern sie produktives Abhusten, senken das Risiko bakterieller Infektionen der Lunge und lindern lästigen und unproduktiven Hustenreiz. Darüber hinaus stimulieren ätherische Öle sowie die enthaltenen Vitamine das Immunsystem und stärken den Körper effektiv gegen Krankheitserreger. 

2. Bewegung unterstützt das Abhusten

Bei Atemwegserkrankungen ist eine individuell an die Belastungsfähigkeit des Pferdes angepasste körperliche Bewegung in staubarmer Umgebung empfehlenswert, um das Abhusten zu fördern. Die Belastung sollte so stark sein, dass die Pferde eine vertiefte Atmung zeigen, aber keine deutlich pumpende Atmung entwickeln. 

3. Vitamine & Spurenelemente sorgen für ein starkes Immunsystem 

Jeder Körper benötigt eine Reihe an Vitaminen und Spurenelementen, um das Immunsystem zu stärken. Vitamin C stimuliert z. B. die körpereigene Abwehr und schützt den Körper vor Bakterien und Viren. Vitamin E schützt zusätzlich vor der schädlichen Wirkung „freier Radikale“ und verbessert die Sauerstoffversorgung des Pferdes.  

Das Spurenelement Zink unterstützt die Intaktheit und die Regenerationsfähigkeit der Schleimhäute in Magen, Darm und Lunge sowie der Haut, die als Teil des Immunsystems gelten. Auch Selen wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus und unterstützt zudem die Verwertbarkeit von Zink, sodass die Kombination beider Spurenelemente besonders sinnvoll ist. 

4. Unterstützen Sie die Stresstoleranz 

Zu lange Karenzzeiten zwischen der Fütterung, hochdosierte Kraftfuttergaben, physische und psychische Belastung durch intensives Training und Turniere, Transporte, häufige Stallwechsel oder reine Boxenhaltung mit wenig sozialen Kontakten sind typische Faktoren, die häufig als Stressoren wirken. Daher sollten Sie sowohl die Haltungs- als auch Fütterungsbedingungen sowie die Belastung Ihres Pferdes entsprechend den natürlichen Bedürfnissen des Tieres anpassenZusätzlich können spezielle Ergänzungsfuttermittel mit Vitamin E zur Förderung der Stresstoleranz gefüttert werden.