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Magen- und Darmprobleme bei Pferden

Weit über die Hälfte der Pferde leiden heutzutage an Problemen mit dem Magen.
Dazu gehören nicht nur Sportpferde, auch Fohlen oder Freizeitpferde können betroffen sein.
Der Pferdemagen ist ein Muskelsack und hat ein Fassungsvermögen von 15-20 Litern. Viele Magenprobleme
lassen sich durch Optimierung der Haltung oder der Fütterung verbessern.
Auch Stress ist ein möglicher Faktor um Magenprobleme auszulösen.
Es zeigt sich: Der Magen ist eines der sensibelsten Organe des Pferdes. 

Er arbeitet 24 Stunden, das Pferd ist daher auf 16-20 Stunden Futteraufnahme/Tag angewiesen.
Der Pferdemagen ist in zwei Bereiche unterteilt: Im vorderen Bereich befindet sich die Magenschleimhaut.
Der hintere Teil besteht aus Drüsengewebe.
Hier wird die Magensäure produziert. 

Sehr wichtig für den Magen des Pferdes ist eine ausreichende Speichelproduktion.
Da er die Magensäure puffert, sollte dem Pferd täglich genügend Raufutter zur Verfügung stehen.
Dies fördert den Zahnabrieb und vermeidet somit Haken- und Kantenbildung. Darüber hinaus
braucht das Pferd sehr viel Speichel, um das Raufutter abschlucken zu können. 

Da Pferde in der Natur 24 Stunden Raufutter fressen können, produziert der Magen dauerhaft Magensäure.
Kommt es zu längeren Fresspausen, kann die Magensäure den hinteren Bereich des Magens übersteigen.
Dies kann kleinere Verletzungen der Magenschleimhaut bis schmerzhafte Magengeschwüre zur Folge haben.
Die Fresspausen sollten daher nicht länger als 4-6 Stunden sein! 

Bekommt das Pferd zu viel Kraftfutter, wird weniger Speichel zum Puffern der Magensäure produziert.
Weizen und Roggen lösen außerdem eine vermehrte Bildung von Gastrin und Histamin aus.
Im Überschuss können diese Stoffe eine Entstehung von Magengeschwüren fördern. 

Zum Vergleich: Beim Kauen von 1 kg Kraftfutter (in 10 Min.) wird ca. 1 l Speichel produziert.
Bei 1 kg Raufutter (ca. 40 Min.) werden ca. 5 l Speichen produziert. 

Das heißt: Raufutter ist essentiell für die Pferdefütterung! Die Pferde sind dadurch länger beschäftigt
und die Verdauung bleibt im Gleichgewicht.
Außerdem lebt die Darmflora in Blind- und Dickdarm von der Rohfaser. 

Sobald das Raufutter vom Magen verdaut worden ist, wandert es als Futterbrei weiter in den Darm.
Auch hier spielt das Raufutter eine besondere Rolle: Der Darm des Pferdes arbeitet nur, wenn er gefüllt ist.
Kommt kein Futter vom Magen nach, hört der Darm auf, das Futter nach hinten zu transportieren.
Das Futter kann dann anfangen zu gären. 

Daher gilt: Achten Sie besonders auf die ausreichende Fütterung von Raufutter.
Bei einem bereits geschädigten Magen-Darm-Trakt empfiehlt es sich, entsprechende Ergänzungsfuttermittel unterstützend hinzuzuziehen.