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Die Kolik bei Pferden

Kolik bei Pferden

Weit über die Hälfte aller Pferde leiden heutzutage an Problemen mit dem Magen- und Darmtrakt. Lesen Sie hier, wie der Pferdemagen aufgebaut ist und welche wichtige Rolle die richtige Fütterung bei der Vorbeugung von Koliken spielt. 

 

Inhaltsübersicht 

Was ist eine Kolik? 

Anatomie des Pferdemagens 

Die richtige Fütterung ist entscheidend 

 

Was ist eine Kolik? 

Die Kolik lässt sich allgemein als ein Sammelbegriff für alle Symptome, die auf Magen- und Darmprobleme hinweisen, bezeichnen. Sie ist somit keine Krankheit selbst, sondern deutet auf eine Fehlfunktion des Verdauungstraktes bei Pferden hin. Zu den betroffenen Tieren zählen nicht nur Sportpferde, auch Fohlen oder Freizeitpferde können an einer Kolik erkranken. 

 

Anatomie des Pferdemagens 

Der Magen ist eines der sensibelsten Organe des Pferdes. Er besteht aus einem großen Muskelsack mit einem Fassungsvermögen von 15-20 Litern, der 24 Stunden am Stück arbeitet. Daher ist das Pferd auf 16-20 Stunden Futteraufnahme/Tag angewiesen. 

Der Pferdemagen ist in zwei Bereiche unterteilt: Im vorderen Bereich befindet sich die Magenschleimhaut. Der hintere Teil besteht aus Drüsengewebe, welches für die Produktion von Magensäure verantwortlich ist. Um die Säure zu puffern, ist eine ausreichende Speichelproduktion erforderlich. Hier kommt die richtige Fütterung des Pferdes ins Spiel. 

 

Die richtige Fütterung ist entscheidend 

Da Pferde in der Natur 24 Stunden Raufutter fressen können, produziert der Magen dauerhaft Magensäure. Kommt es zu längeren Fresspausen, kann die Magensäure den hinteren Bereich des Magens übersteigen. Dies kann kleinere Verletzungen der Magenschleimhaut bis schmerzhafte Magengeschwüre zur Folge haben. Die Fresspausen sollten daher nicht länger als 4-6 Stunden sein. Bekommt das Pferd zu viel Kraftfutter, wird weniger Speichel zum Puffern der Magensäure produziert. Weizen und Roggen lösen außerdem eine vermehrte Bildung von Gastrin und Histamin aus. Im Überschuss können diese Stoffe eine Entstehung von Magengeschwüren fördern. 

Zum Vergleich: Beim Kauen von 1 kg Kraftfutter (in 10 Min.) wird ca. 1 l Speichel produziert. Bei 1 kg Raufutter (ca. 40 Min.) werden ca. 5 l Speichel produziert. 

Raufutter ist also essentiell für die Pferdefütterung. Die Tiere sind dadurch länger beschäftigt und die Verdauung bleibt im Gleichgewicht. Außerdem lebt die Darmflora in Blind- und Dickdarm von der Rohfaser. Sobald das Raufutter vom Magen verdaut wurde, wandert es als Futterbrei weiter in den Darm. Auch hier spielt es eine besondere Rolle: Der Darm des Pferdes arbeitet nur, wenn er gefüllt ist. Kommt kein Futter vom Magen nach, hört der Darm auf, das Futter nach hinten zu transportieren. Das Futter kann dann anfangen zu gären. 

Bei einem bereits geschädigten Magen-Darm-Trakt empfiehlt es sich, entsprechende Ergänzungsfuttermittel unterstützend hinzuzuziehen. Viele Magenprobleme lassen sich durch Optimierung der Haltung oder der Fütterung verbessern. Auch Stress ist ein möglicher Faktor um Magenprobleme auszulösen. 

Daher gilt: Achten Sie besonders auf die ausreichende Fütterung von Raufutter.