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Ist es sinnvoll, meinen Hund getreidefrei zu ernähren?

Getreidefreies Futter wird heutzutage besonders bei Hunden immer mehr zu einem Trend. Schließlich sei der Hund ein Fleischfresser und das in Getreide enthaltene Gluten der Grund für eine Futtermittelallergie. Doch was verbirgt sich wirklich hinter der getreidefreien Ernährung und welche Mythen sind wahr? Wir klären Sie auf! 

 

Inhaltsübersicht 

Fleischfresser oder Allesfresser: Die Verdauungsphysiologie von Hunden 

Wozu dient Getreide im Hundefutter? 

Gluten als Auslöser für Unverträglichkeiten und Allergien? 

Wann sollte man auf getreidefreies Futter zurückgreifen? 

 

Fleischfresser oder Allesfresser: Die Verdauungsphysiologie von Hunden 

Der Hund stammt zwar vom Wolf ab, die Verdauung hingegen hat heutzutage nicht mehr viel mit der eines Wolfes gemeinsam. Im Laufe der Jahre haben sich unsere Vierbeiner an die Ernährung des Menschen angepasst, weshalb Hunde nicht mehr als strikte Fleischfresser, sondern als Allesfresser gelten. Sie sind also in der Lage, die in Getreide enthaltene Stärke ohne Probleme aufzuschließen und zu verdauen. Doch nicht nur unsere geliebten Fellnasen, auch Wölfe sind auf Kohlenhydrate als Energielieferant angewiesen. Dabei nehmen sie durch das Fressen von Beutetieren, die zuvor Getreide zu sich nahmen, Kohlenhydrate unbewusst zu sich. 

 

Wozu dient Getreide im Hundefutter? 

Die unterschiedlichen Getreidesorten in Hundefutter wie Weizen, Dinkel, Roggen, Mais oder Reis dienen vorrangig als Energiequelle, die Ihren Hund mit Kohlenhydraten, pflanzlichen Eiweißen, Fetten, Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgen. 

Auch Futter ohne Getreide dient als Energielieferant, greift jedoch zum Abdecken der Nährstoffe auf alternative Rohstoffe zurück. Dazu zählen beispielsweise die Kohlenhydratquellen Kartoffeln, Erbsen, Quinoa, Amaranth und Buchweizen. 

Sowohl getreidehaltiges Futter als auch Alternativen liefern demnach das Kohlenhydrat Stärke, was vorrangig für Kraft und Energie sorgt. Werden Hunde stärkereich gefüttert, sind sie in der Lage, die Produktion des Enzyms Amylase hochzufahren und somit problemlos die Stärke zu spalten. Hundefutter bis zu einem Kohlenhydratgehalt von zwei Drittel sind also unbedenklich. Enthält ein Futter jedoch mehr als 60 % Kohlenhydrate, ist der Hund nicht mehr in der Lage, die Masse an Stärke zu verdauen und bekommt Durchfall. 

Daher gilt: Die Menge der Kohlenhydrate in herkömmlichen Hundefuttern ist so an die Verdauung unserer Vierbeiner angepasst, dass sie ausreichend Energie liefern und nicht schädlich für die Verdauung sind. 

 

Gluten als Auslöser für Unverträglichkeiten und Allergien? 

Heutzutage leiden immer mehr Hunde unter einer Futtermittelunverträglichkeit oder -allergie. Dabei wird häufig das Stoffgemisch Gluten, welches u. a. in Weizen, Dinkel und Roggen enthalten ist, als Übeltäter ausgemacht. Pflanzlichen Eiweißen wird jedoch kein höheres Risiko zugeschrieben, eine Allergie auszulösen, als anderen Eiweißen. 

Deshalb sollten Sie bei Anzeichen einer Allergie (bspw. Hautbeschwerden, Juckreiz, Magen-Darm-Beschwerden) sicherstellen, dass es sich tatsächlich um eine Unverträglichkeit gegen Getreide und nicht gegen eine andere im Futter enthaltene Proteinquelle handelt. Grundsätzlich kommen Glutenunverträglichkeiten bei Hunden eher selten vor. 

 

Wann sollte man auf getreidefreies Futter zurückgreifen? 

Gesunde Hunde benötigen in der Regel kein getreidefreies FutterIst Ihnen allerdings bekannt, dass Ihr Hund auf ein bestimmtes oder mehrere Getreidesorten allergisch reagiert, sollten Sie auf Futtermittel ohne die entsprechenden Allergene zurückgreifen. Auch bei einer Unverträglichkeit auf Gluten, die allerdings nur selten bei Hunden vorkommt, sollten Sie Hundefutter ohne glutenhaltiges Getreide wie z. B. Weizen, Roggen oder Dinkel füttern. 

Hunde, die unter der Zuckerkrankheit Diabetes leiden, sollten Futter mit einem moderaten Getreidegehalt zu sich nehmen, da zu viel Stärke den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen lässt. Achten Sie jedoch darauf, nicht komplett auf Kohlenhydrate zu verzichten, da dies zu Stoffwechselkrankheiten sowie einer Insulinresistenz, der sogenannten Typ 2 Diabetes, führen kann.