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Wie funktioniert eigentlich der Hufmechanismus?

Anatomie des Pferdehufs

Führen wir uns zunächst einmal die besondere Anatomie des Pferdehufes vor Augen. Das Skelett bildet die knöcherne Grundstruktur. Vom Bein Richtung Boden blickend begegnet uns unterhalb des Fesselbeins als erster Knochen des Hufs das Kronbein. Dieses ist wiederum nach unten hin mit dem Hufbein gelenkig verbunden, welches dem eigentlichen Huf seine typische Form gibt. Der dritte und kleinste Knochen des Hufs ist das Strahlbein. Dieses sog. Sesambein befindet sich auf der Bodenseite des Kron-Hufbein-Gelenks und bildet wiederum mit beiden dieser Knochen je eine Gelenkfläche aus. Über das Strahlbein wird die tiefe Beugesehne als Hufbeinbeuger zu ihrem Ansatz am Hufbein geführt.
Generell befinden sich Sesambeine im Körper immer dort, wo eine Sehne über einen Gelenkspalt führt, und dienen als Abstandhalter zwischen Sehne und Gelenk. Zum einen wird dadurch die Sehne vor zu hohen Druckbelastungen geschützt. Zum anderen entsteht durch den größeren Abstand zu dem durch die Sehne bewegten Knochen ein Hebel, so dass für die Bewegung letztlich nicht so viel Kraft aufgewendet werden muss.
Die dem Knochen aufliegende Unterhaut ist an den Stellen, die einer ständigen starken Belastung ausgesetzt sind, zu Polstern ausgebildet und wird dort als Strahl-, Ballen- oder Kronpolster bezeichnet.
Als nächste Schichten folgen die empfindliche Huflederhaut und der Hornschuh. Durch die Ausbildung feinster lamellenartiger Zotten und Blättchen kommt es zu einer äußerst stabilen Verankerung mit der den äußeren Huf bildenden Hornkapsel. Gleichzeitig hat diese besondere Struktur eine immense Oberflächenvergrößerung zur Folge, so dass die Nährstoffversorgung des gesamten Hufs über die gut durchblutete Huflederhaut erfolgt. Außerdem ist die Lederhaut verantwortlich für das Wachstum des Hufs, da hier das neue Hufhorn gebildet wird. 

Und was ist jetzt der Hufmechanismus?

Man ahnt es schon: die von außen recht stabilen Hufe sind mitnichten starre und klobige Hornschuhe, im Gegenteil! Ihre besondere Anatomie schafft vielmehr ein flexibles Gefüge, welches bei jedem Schritt durch das Eigengewicht des Pferdes gespreizt wird und sich bei Entlastung wieder zusammenzieht. Vergleichbar mit einem Schwamm wird so bei jedem Schritt Blut aus der Lederhaut in das umliegende Gewebe gedrückt. Daraus lässt sich bereits schließen, dass Bewegung für die Durchblutung und Gesundheit der Hufe immens wichtig sein muss. Der Hufmechanismus zieht allerdings noch viel größere Kreise und ist sogar für die Gesundheit des gesamten Pferdeorganismus unabdingbar. Bei stärkerer Belastung steigt logischerweise auch die Blutumwälzung in allen vier Hufen an. Dies wiederum führt dazu, dass das gesamte Herz-Kreislauf-System maßgeblich entlastet wird, da eben die Verteilung des Blutes nicht nur zentral durch die Pumpkraft des Herzens erfolgen muss: Die „vier Zusatzherzen“ unterstützen das Herz durch den passiven Effekt des Hufmechanismus! Pferde sind Lauftiere, wie dieser evolutionäre Trick einleuchtend beweist. Nicht umsonst entwickeln Pferde, die viel stehen (müssen) Ödeme in den Beinen und werden träge. Ohne die Unterstützung durch den Hufmechanismus versackt das Blut in den Gliedmaßen und steht den Organen und vor allem dem Gehirn nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung. Die Folge: das Pferd wirkt schlapp und kommt nur schwer wieder „in Gang“ – das Herz schafft die ganze Arbeit alleine eben nur schlecht.