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Warum muss der Hund hecheln?

Thermoregulation und Hitzschlag beim Hund

Hunde können nicht schwitzen und wie wir mithilfe des verdunstenden Schweißes die gesamte Körperoberfläche abkühlen. Um den Organismus vor Überhitzung zu schützen, müssen sie hecheln. Beim Hecheln steigt die Atemfrequenz  von ca. 40 Zügen/min auf bis zu 300 Züge/min an. Dabei kommt es nicht zur Hyperventilation, also zu einer über den Bedarf gesteigerten Sauerstoffaufnahme, sondern lediglich zu einer vermehrten Belüftung der Atemwege. Hecheln ist also eine sog. „Totraumventilation“ – die Luftsäule wird hauptsächlich in dem Bereich der Atemwege bewegt, der nicht für die Sauerstoffaufnahme zuständig ist. Die Atemtiefe ist beim Hecheln sogar verringert.
Da Maul, Zunge, Rachen und Luftröhre sehr gut durchblutet sind, kann mithilfe der Verdunstungskälte an diesen Schleimhäuten innerhalb kurzer Zeit sehr viel Blut abgekühlt und so die Körperinnentemperatur reguliert werden. Zusätzlich werden bei steigender Temperatur die Gefäße an Beinen und Rumpf weit gestellt, so dass auch hier möglichst viel Blut an der Umgebungsluft abkühlen kann. Je heißer die Außentemperatur, desto größer ist die Belastung für den Kreislauf, und desto schlechter funktioniert dieser luftgekühlte Mechanismus. Kalte Fliesen als Liegeplatz oder ein Bad im nächsten See können hier Linderung schaffen.
Beim Hecheln geht dem Körper eine große Menge Wasser und Energie verloren. Der Futterbedarf kann dadurch im Sommer um bis zu 20% ansteigen. Viel wichtiger als Nahrung ist jedoch die ausreichende Aufnahme von Wasser, um ebenjenen Verlust durch das Hecheln ausgleichen zu können. Normalerweise beträgt der Wasserbedarf eines Hundes ca. 50-100 ml/kg Körpergewicht, im Sommer sogar das Doppelte!

Eine funktionierende Thermoregulation beim Hund ist also rein physikalisch nur möglich, solange zum einen die Außentemperatur noch deutlich unterhalb der Körpertemperatur liegt, die beim Hund ca. 38 °C beträgt. Des Weiteren darf die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch sein, da sonst keine Verdunstung stattfinden kann, und eine gewisse Luftbewegung sollte ebenfalls zu spüren sein. All diese Faktoren sind im geparkten Auto bereits im Frühling nicht mehr gegeben. Lassen Sie Ihren Hund daher niemals(!) – auch nicht bei 20 °C – alleine im abgestellten Auto zurück! Bereits bei diesen Temperaturen können im Auto nach 30 Minuten Extrembedingungen herrschen, die der Hund kaum noch kompensieren kann. Außentemperaturen von 30 °C (auch im Schatten) können das Auto schon nach 10 Minuten in einen Backofen verwandeln!

Sollte Ihr Hund einmal Anzeichen eines Hitzschlags zeigen, so ist sofortiges Handeln angesagt! Der Hund sollte sofort an einen kühlen, schattigen Ort gebracht werden. Ein feuchtes Handtuch als Unterlage kann gute Dienste leisten. Gleichzeitig sollten Sie den Hund mit feuchten Lappen abkühlen. Wichtig dabei ist: Verwenden Sie niemals eiskaltes Wasser, und kühlen Sie den Hund langsam von den Gliedmaßen zur Körpermitte hin. Bieten Sie dem Hund außerdem Wasser zum Trinken an – auch dieses sollte nicht eiskalt sein – aber flößen Sie es ihm niemals mit Gewalt ein! Rufen Sie in jedem Fall einen Tierarzt!